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letzte Änderung: 22.11.2010

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Glossar

Einkommengenerierende gewerbliche Immobilien
(engl.: Income-Producing Real Estate, IPRE)
Im IRB-Ansatz muss das Kreditinstitut innerhalb der Forderungsklasse "Forderungen an Unternehmen" die Gruppe der Spezialfinanzierungen definieren. Spezialfinanzierungen können gemäß dem neuen Basler Akkord weiter in fünf Untergruppen unterteilt werden, wovon eine davon IPRE ist. IPRE ist dadurch gekennzeichnet, dass  die Rückzahlung und der Verwertungserlös im Falle des Ausfalls primär auf den aus dem Objekt erzielten Einnahmen beruhen. Die Hauptquelle dieser Zahlungen sind Miet- und Leasingeinnahmen oder der Verkauf des Objekts. Der Unterschied einer solchen gewerblichen Immobilienfinanzierung zu anderen, durch Grundpfandrechte besicherten Unternehmensfinanzierungen, besteht darin, dass hier eine starke positive Korrelation zwischen der Begleichung der Forderung und dem Verwertungserlös im Falle des Ausfalls besteht, weil beide Faktoren primär von den laufenden Einnahmen aus einer Immobilie abhängen.

Einlagensicherungseinrichtungen
Kreditinstitute, die sicherungspflichtige Einlagen entgegennehmen bzw. sicherungspflichtige Wertpapierdienstleistungen durchführen, haben einer Einlagensicherungseinrichtung im Rahmen ihres Fachverbandes anzugehören. Gehört ein Kreditinstitut keiner Sicherungseinrichtung an, so erlischt seine Konzession zur Entgegennahme sicherungspflichtiger Einlagen bzw. zur Durchführung sicherungspflichtiger Wertpapierdienstleistungen. Die Sicherungseinrichtungen haben insgesamt zu gewährleisten, dass im Fall der Insolvenz eines Mitgliedsinstitutes die Einlagen bis zu einem Höchstbetrag von € 100.000,- oder Gegenwert in fremder Währung pro Einleger auf dessen Verlangen und nach Legitimierung innerhalb von drei Monaten ausbezahlt werden. Eine Übersicht über die bestehenden Einlagensicherungseinrichtungen finden Sie hier.

Elementarschadenversicherung
Sammelbegriff für die Versicherung gegen die Folgen von Naturereignissen, wie Überschwemmung, Erdbeben, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen, Vulkanausbruch. Viele Versicherer bieten zusätzlich zur Sturm- und Hagelversicherung eine erweitere Elementarschadenversicherung für Hausrat, Wohngebäude, gewerbliche und industrielle Risiken an.

Emittenten
Der Emittent eines Wertpapiers ist derjenige, der ein Papier am Markt zum Verkauf stellt. Es können dies juristische Personen des Privatrechts oder öffentlich-rechtliche Körperschaften sein, die mit Emissionen an den Kapitalmarkt herantreten.

Ereignis (Verlust ~)
(engl.:  event (loss~))
Vorfall aus dem Bereich des operationellen Risikos, der einen Verlust für die Bank nach sich zieht. Im Neuen Basler Akkord sind explizit sieben typische Ursachen für operationelle Verluste (samt ihren Untergruppen) aufgeführt:
Betrug von innen; Betrug von außen; Anstellungspraktiken und Arbeitsplatzsicherheit; Klienten, Produkte und Geschäftspraktiken; Schäden am physischen Besitz; Geschäftsunterbrechung und Systemversagen; Abwicklung; Lieferung und Prozessmanagement.

Erlebensfall
So wird der Versicherungsfall bezeichnet, bei dem die versicherte Person den regulären Vertragsablauf erlebt. Im Allgemeinen weisen die Versicherungsunternehmen ihre Kunden rechtzeitig auf den Vertragsablauf hin. Um die Versicherungsleistung zu erhalten, muss man die Versicherungspolizze an das Unternehmen senden, die letzte Beitragszahlung nachweisen und angeben, wohin die Versicherungsleistung überwiesen werden soll.

Erstrisikoversicherung (Versicherung auf erstes Risiko, Versicherung auf erste Gefahr)
Form der Schadenversicherung, bei der ein versicherter Schaden bis zur Höhe der vereinbarten Versicherungssumme ohne Rücksicht auf einen eventuell messbaren Versicherungswert ersetzt wird. Eine über die Versicherungssumme hinausgehende Leistungspflicht (zweites Risiko) besteht nicht. Ein Vorteil der Erstrisikoversicherung liegt in der einfachen Schadenregulierung, da ohne Prüfung auf Unterversicherung nur die tatsächliche Schadenhöhe ermittelt werden muss, nicht aber der Versicherungswert der unbeschädigten Sachen.

Erwartete Verlustbeträge
(engl.: expected loss, EL)
Messgröße des erwarteten Verlusts einer Bank je Forderung bei Ausfall eines bestimmten Kontrahenten.

EU-Pass für WPDLU
Wertpapierdienstleistungsunternehmen (WPDLU), welche die Ausnahmebestimmung des § 20 Abs. 4 WAG nicht in Anspruch nehmen, ("große Konzession"), können im Wege des freien Dienstleistungsverkehrs oder über eine Zweigniederlassung Finanzdienstleistungen in anderen EWR-Mitgliedstaaten erbringen. Die Berechtigung zur grenzüberschreitenden Erbringung von Finanzienstleistungen im EWR wird nach Durchführung eines Notifikationsverfahrens seitens der FMA erteilt und wird auch "Europäischer Pass" genannt.

Externe Ratingagentur
(engl.: External Credit Assessment Institution, ECAI)
Eine externe Ratingagentur erstellt Bonitätsbewertungen von Schuldnern, die den Kriterien der Objektivität, Unabhängigkeit, Transparenz und internationaler Anerkennung entsprechen und in regelmäßigen Abständen veröffentlicht werden. Die Ratings (Bonitätsbewertungen) einer externen Ratingagentur können von den Kreditinstituten zur Eigenmittelberechnung verwendet werden, wenn die Ratingagentur von der zuständigen Aufsichtsbehörde zu diesem Zwecke anerkannt wurde.