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letzte Änderung: 30.10.2014

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Aufsichtliches Überprüfungsverfahren

Gemäß Art. 107 der Richtlinie 2013/36/EU (umgesetzt in § 69b Z 4 BWG) sind die zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten verpflichtet, die allgemeinen Kriterien und Methoden, nach denen sie bei der Überprüfung und Bewertung im Rahmen der Säule 2 verfahren, öffentlich zugänglich zu machen.

Der Aufsichtliche Überprüfungs- und Evaluierungsprozess (engl. Supervisory Review and Evaluation Process, SREP) ist neben dem Internen Kapitaladequanzverfahren (engl. Internal Capital Adequacy Assessment Process, ICAAP) Teil des umfassenderen Aufsichtlichen Überprüfungsverfahrens (engl. Supervisory Review Process, SRP).

Die Erfüllung des ICAAP liegt in der Verantwortung des Kreditinstituts. Er umfasst gemäß § 39a BWG alle Pläne und Verfahren der Kreditinstitute,

"um die Höhe, die Zusammensetzung und die Verteilung des Kapitals, welches zur quantitativen und qualitativen Absicherung aller wesentlichen bankgeschäftlichen und bankbetrieblichen Risiken zur Verfügung steht, regelmäßig zu ermitteln und Kapital im erforderlichen Ausmaß zu halten".

Der gewählte Ansatz hat sich dabei an der Art, dem Umfang und der Komplexität der betriebenen Bankgeschäfte zu orientieren (Proportionalitätsprinzip).

Der SREP wird von den zuständigen Aufsichtsbehörden wahrgenommen. Er stellt den umfassenden Prozess der Aufsichtsbehörde in der Beaufsichtigung und Evaluierung des Risikomanagements des Kreditinstituts sowie die Angemessenheit seines ICAAP dar. Weiters umfasst er die Überprüfung der Einhaltung sämtlicher relevanter Vorschriften, die Identifikation regelwidriger Zustände sowie die Verhängung von Aufsichtsmaßnahmen (sh. § 69 BWG). Gemäß § 69 Abs. 2 BWG hat die FMA zudem die Angemessenheit der kreditinstitutseigenen Verfahren zum Liquiditätspuffer (ILAAP) zu beaufsichtigen.

Im Zuge der Ausgestaltung des vorliegenden Aufsichtlichen Offenlegungsschemas wurden vom ehemaligen Komitee der Europäischen Bankenaufseher (CEBS), nunmehr EBA, eine Einteilung der Darstellung des SREP in folgende vier Hauptbereiche vorgenommen, welche von allen Europäischen Aufsichtsbehörden übernommen wurde:

  • Anwendungsbereich (inkl. Proportionalität)
  • Individuelle Risikobeurteilung
  •  Prüfung und Evaluierung des ICAAP
  •  Gesamteinschätzung und Aufsichtliche Maßnahme

Von der EBA im Zusammenhang mit dem SREP und Säule 2 erlassene Leitlinien sind unter dem Link EBA-Leitlinien abrufbar. Weitere Informationen zum SREP und Säule 2 finden sich auf der EBA-Website.

 

 

 

Tabelle Aufsichtlicher Überprüfungsprozess - Überblick Tabelle Aufsichtlicher Überprüfungsprozess - Überblick [PDF 27 kb] Diese Tabelle zeigt überblicksartig den aufsichtlichen Überprüfungsprozess (SREP) in Österreich. Eingegangen wird auf die Themen: Anwendungsbereich, individuelle Risikobeurteilung, Prüfung und Evaluierung des ICAAP sowie Gesamteinschätzung und aufsichtliche Maßnahmen. (Stand: März 2010) Download
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Weitere einschlägige Publikationen der FMA:

Umsetzung der Saeule 2 in Oesterreich Umsetzung der Saeule 2 in Oesterreich [PDF 284 kb] Das vorliegende Dokument wird von der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) in Erfüllung des § 69b Z 4 BWG1 veröffentlicht. Dieser sieht vor, dass die FMA im Internet "die allgemeinen Kriterien und Methoden der Überprüfung und Bewertung des Risikomanagements und der Risikoabdeckung eines Kreditinstitutes gemäß § 39a" (aufsichtliche Vorgehensweise im Rahmen der Säule 2) zu veröffentlichen hat. Die grundsätzliche Darstellung des aufsichtlichen Überprüfungsprozesses der FMA und die Darstellung der Mitwirkung der OeNB sollen zur Sicherstellung einer effizienten Interaktion mit den beaufsichtigten Unternehmen beitragen und die interessierte Öffentlichkeit informieren. (Stand: Dezember 2008) Download
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Handbuch Bankenaufsicht Handbuch Bankenaufsicht [PDF 2 mb] Im Rahmen dieser Publikation zur „Bankenaufsicht in Österreich" werden die neue Aufsichtsorganisation, einschließlich der Aufbauorganisation von FMA und OeNB, sowie die neu konzipierten Aufsichtsprozesse näher dargestellt. Eingegangen wird dabei auf die Zusammenarbeit von FMA und OeNB, die einzelnen Aufgabengebiete, Verfahren und Methoden sowie auf den Dialog mit den Kreditinstituten und die Kooperation mit ausländischen Aufsichtsbehörden. Gesondert beleuchtet werden darüber hinaus die Aufsicht über Finanzkonglomerate sowie die durch die Reform erweiterten Kompetenzen der OeNB im Bereich der Finanzmarktstabilität. (Stand: Jänner 2009) Download
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Neue quantitative Modelle der Bankenaufsicht Neue quantitative Modelle der Bankenaufsicht [PDF 2 mb] Da Vor-Ort-Prüfungen sehr ressourcen- und zeitintensiv sind und aufgrund der in Österreich sehr hohen Bankendichte nich in hoher Frequenz durchgeführt werden können, spielt hierzulande die Off-Site Analyse eine wichtige Rolle im Aufsichtsprozess. Die bisher im Einsatz stehenden Analyseinstrumente leisteten in der Vergangenheit gute Dienste und bleiben in leicht veränderter Form auch weiterhin bestehen. Die Fokussierung auf eine risikobasierte Aufsicht machte es allerdings notwendig sich in Teilbereichen auf die Einzelrisken per se zu konzentrieren und daher auch die Off-Site Analyse unter risikobasierten Aspekten zu überdenken und auszubauen. So entschlossen sich OeNB und FMA, gemeinsam mit universitärer Unterstützung die österreichische Analyselandschaft grundlegend weiterzuentwickeln. (April 2005) Download
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Die Analyselandschaft der österreichischen Bankenaufsicht Die Analyselandschaft der österreichischen Bankenaufsicht [PDF 2 mb] Da Vor-Ort-Prüfungen sehr kosten- und zeitintensiv sind und daher nur in einem eingeschränkten Maße durchgeführt werden können, spielt besonders in Österreich aufgrund der hohen Anzahl von rechtlich selbständigen Banken die Off-Site Analyse eine wesentliche Rolle im Aufsichtsprozess. Neben langjährig eingesetzten - und im Praxistext bewährten - Analysetools, welche in regelmäßigen Abständen einer Neukalibrierung und Modernisierung unterzogen werden, setzt die Aufsicht auch auf neue Tools, die auf einer wissenschaftlich fundierten Grundlage entwickelt werden und auch im internationalen Vergleich "state of the art" sind. In dieser gemeinsamen Publikation von OeNB und FMA werden die wesentlichsten Eckpfeiler unserer Analyselandschaft ABBA (Austrian Banking Business Analysis) vorgestellt. (Stand: April 2005) Download
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