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letzte Änderung: 16.02.2011

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Welche Fragen sollten Sie sich vor einer Veranlagung stellen?

  • Wie hoch ist das Risiko eines Verlustes bei dieser Veranlagung? Denn oft werden Produkte als risikolos bezeichnet und wenn Verluste eintreten, wird damit argumentiert, dass „etwas Unvorhergesehenes“ passiert sei.
  • Wie ist die Bonität (Kreditwürdigkeit) des Emittenten? Unterliegt das Wertpapier oder der Emittent einem Rating durch eine offizielle Ratingagentur? (Darunter ist eine standardisierte Bonitätsbeurteilung zu verstehen, die eng mit der Kreditwürdigkeit im Zusammenhang steht, aber weit darüber hinausgeht, da das gesamte Unternehmen durchleuchtet wird.
  • Wird das Wertpapier an einer Börse gehandelt?
  • An welcher Börse und in welchem Marktsegment? Die Notierung eines Wertpapiers an einer regulierten und überwachten Börse ist ein Zeichen dafür, dass dieses Papier unter gewissen Sicherheits- und Ordnungsmäßigkeitskriterien gehandelt werden kann. Seien Sie daher vorsichtig, wenn Ihnen jemand Aktien anbietet, die an keiner anerkannten Börse, einem sogenannten „Geregelten Markt“, notieren. Häufig wird dabei versichert, dass ein Börsengang des betreffenden Unternehmens unmittelbar bevorstehe und nur mehr Formalitäten geklärt werden müssen. In vielen Fällen – denkt das Unternehmen gar nicht daran, an die Börse zu gehen, oder würde die Kriterien für einen Börsengang nicht erfüllen. Beim Erwerb solcher Aktien müssen Sie sich bewusst sein, dass die Wahrscheinlichkeit nicht gering ist, dass Sie für das Papier entweder gar keinen Abnehmer finden oder es nur mit einem erheblichen Wertverlust veräußern können.
  • Wie rasch kann im Bedarfsfall über die Anlagewerte verfügt werden? Ist die Liquidität des Anlagewertes so ausreichend, dass der Anlagewert in etwa zum jeweiligen indizierten Preis auch tatsächlich verkauft werden kann?
  • Muss bei einem vorzeitigen Verkauf des Papiers mit zusätzlichen Spesen oder gar einer Reduzierung des Gewinns gerechnet werden?
  • Ist eine vorzeitige Kündigung möglich?

Fragen Sie, wenn Sie einen Prospekt bekommen, ob es sich um einen Pflichtprospekt nach dem Kapitalmarktgesetz (KMG) oder nach dem Börsegesetz (BörseG) handelt, der von einem Prospektprüfer geprüft wurde. Emittent, Prospektkontrolleur, Abschlussprüfer oder Ihr Finanzdienstleister haften nur dann, wenn es sich um einen Pflichtprospekt handelt. Auf Wunsch ist der Finanzdienstleister verpflichtet, Ihnen einen allfälligen Prospekt zu übergeben.

Oftmaliges Kaufen und Verkaufen Ihrer Wertpapiere muss sich nicht unbedingt als Vorteil für Ihre Investition herausstellen, sondern kann durch unnötig verursachte Spesen- und Provisionsschinderei, auch „churning“ genannt, zu Verlusten Ihres Kapitals führen. Überprüfen Sie also regelmäßig Ihr Depot und fragen Sie bei Unklarheiten Ihren Berater.

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