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1×1 der Anlageprodukte

Die folgende Aufzählung soll Ihnen einen Überblick über Geldanlageprodukte verschaffen. Da der Gestaltungsfreiheit der Finanzdienstleister wenige Grenzen gesetzt sind, kann es durchaus vorkommen, dass Sie auf hier nicht genannte Produkte stoßen, wobei es auf den jeweiligen Vertragsinhalt ankommt und der Grundsatz gilt, dass je höher die Ertragschance ist, desto höher das Risiko eines (auch Total-) Verlustes ist.

Sparprodukte

Für das Zurücklegen momentan freier Mittel zur späteren Verwendung bieten Banken unterschiedliche Sparprodukte an, welche sich etwa durch die Form der Einlagenleistung oder die Verzinsung und daran oft gekoppelte Bindungsfristen unterscheiden.

Das klassische Sparbuch ist eine Urkunde, die von der Bank an den Sparer (beziehungsweise Einleger oder Gläubiger) gegen Leistung einer Spareinlage (also einer Geldeinlage welche nicht dem Zahlungsverkehr, sondern der Anlage dienen soll) ausgefolgt und ein Rückzahlungs- beziehungsweise Zinsversprechen enthält.

Für Spareinlagen gilt die Einlagensicherung.

Anleihen

Anleihen (auch Schuldverschreibung oder Bonds genannt) verbriefen als Wertpapiere einen Anspruch des Anlegers (beziehungsweise Zeichners oder Gläubigers) auf Rückzahlung und Zinsen als Gegenleistung für dessen Überlassung des Kapitals an den Ausgeber (beziehungsweise Emittenten oder Schuldner). Das bedeutet, Sie geben Ihr Geld zum Beispiel einer Bank und werden damit Gläubiger dieser Bank. Im Gegenzug verpflichtet sich die Bank, für die Überlassung des Geldbetrages Zinsen zu zahlen und das Kapital zu einem fest vereinbarten Termin zurück zu erstatten.

Der Berechtigte kann mit der Anleihe handeln, ihr Wert kann sich verändern. Somit besteht ein Kursrisiko.

Anleihen können je nach Bonität des Ausstellers sowie den konkreten Bedingungen der Anleihe ein unterschiedlich hohes Risiko aufweisen. Es ist hervorzuheben, dass die Bonität des Schuldners, also dessen Fähigkeit, seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, zentral ist. Als Bonität bezeichnet man die Kreditwürdigkeit des Unternehmens, mit anderen Worten ist das die Fähigkeit des Unternehmens, das Geld vollständig und fristgerecht zurückgeben zu können.

Aktien

Eine Aktie ist ein Wertpapier, das einen Anteil an einer Aktiengesellschaft verbrieft. Wer eine Aktie kauft, wird daher Miteigentümer der Aktiengesellschaft. Dieser Anteil ist mit bestimmten Rechten, wie Partizipation an der Dividende, der an die Aktionäre ausgeschüttete Gewinn der Gesellschaft, oder Stimmrechten in der Hauptversammlung der Gesellschaft, verbunden.

Aktien können etwa an einer Börse gehandelt werden, der Wert bzw Kurs der Aktie kann sich verändern. Er wird etwa durch Angebot und Nachfrage, die wirtschaftliche Entwicklung der Aktiengesellschaft, Rahmenbedingungen und sonstige Faktoren, wie die öffentliche Meinung, bestimmt und kann daher nicht mit Sicherheit vorhergesagt werden. Dementsprechend ist eine Beteiligung an einer Aktiengesellschaft immer mit einem Risiko verbunden, welches im Falle einer Insolvenz der Gesellschaft dazu führen kann, dass die Aktie wertlos ist.

Investmentfonds

Ein Investmentfonds stellt das gemeinsame Vermögen einer Vielzahl von Anlegern dar. Der österreichische Investmentfonds gemäß Investmentfondsgesetz 2011 steht im Miteigentum der Anleger, welche Anteile gegen den Beitrag von Kapital erwerben. Die Anteile werden durch Anteilsscheine beziehungsweise Investmentzertifikate als Wertpapier verbrieft.

Das Kapital des Fonds wird in verschiedenste Anlagebereiche, wie beispielsweise Aktien, Anleihen oder Immobilien, investiert und das Risiko dementsprechend gestreut, aber nicht ausgeschlossen. Investmentfonds werden häufig nach den Anlagebereichen, in welchen sie sich engagieren, kategorisiert.

Anteile können bei einem „offenen“ Investmentfonds grundsätzlich jederzeit zu einem Rücknahmepreis zurückgegeben werden. Mit Anteilen kann auch gehandelt werden. Deshalb setzt sich der Ertrag eines Anteils einerseits aus der Entwicklung des Wertes des Anteils zusammen, welcher sich aus dem Wert des Fondsvermögens, welcher nicht mit Sicherheit vorhergesagt werden kann, dividiert durch die Anzahl an ausgegebenen Anteilen ergibt. Andererseits besteht die Möglichkeit einer Zins- bzw. Dividendenausschüttung.

Weiters ist der Unterschied zwischen ausschüttenden und thesaurierenden Fonds zu beachten: Bei einem ausschüttenden Fonds werden die Erträge an den Anleger ausgeschüttet, bei einem thesaurierenden Fonds werden die Erträge hingegen einbehalten und reinvestiert.

Bei den Investmentfonds kann zwischen Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren und Alternativen Investmentfonds unterschieden werden.

Die Verwaltung von Investmentfonds erfolgt durch hierfür eigens konzessionierte Verwaltungsgesellschaften.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Versicherungsprodukte

Zu den Versicherungstechnischen Anlageprodukten zählt die Lebensversicherung, durch welche finanzielle Risiken in Bezug auf das menschliche Leben, wie Tod oder Invalidität, abgesichert werden sollen. Es kann aber auch eine Kapitalbildung erfolgen.

Dementsprechend unterscheidet man reine Risikoversicherungen, bei welchen die Versicherungssumme ausschließlich bei Eintritt des Versicherungsfalles vor dem Ablauf der Versicherung fällig wird, von kapitalbildenden Lebensversicherungen, bei denen über die reine Risikoabsicherung hinaus ein längerfristig verzinster Sparvorgang erfolgt.

Bei der kapitalbildenden Lebensversicherungen ist grundsätzlich zwischen der klassischen Lebensversicherung, bei welcher üblicherweise eine Garantieverzinsung vereinbart wird, und der fonds- oder indexgebundenen Lebensversicherung, deren Wert von der nicht vorhersehbaren Entwicklung der veranlagten Vermögenswerte abhängt, zu unterscheiden. Bei letzteren Lebensversicherungen besteht daher ein erhöhtes Risiko eines Verlustes.

Hier finden Sie weiterführende Informationen.

Crowdfunding

Hierbei handelt es sich um einen relativ neuen Begriff, welcher eine Methode zur Beschaffung von Kapital für verschiedene Projekte oder Unternehmen von einer Vielzahl von Personen umschreibt. Hinter diesem Begriff verbirgt sich eine Fülle von verschiedenen Ausgestaltungsvarianten.  Als Gegenleistung für die Bereitstellung des Kapitals können etwa Gewinnbeteiligungen oder Zinsen vorgesehen sein.

Da die Kapitalbeschaffung bei Crowdfunding sehr unterschiedlich ausgestaltet sein kann, könnte es sich unter Umständen beispielsweise  um ein prospektpflichtiges Angebot nach dem Kapitalmarktgesetz oder ein konzessionspflichtiges Bankgeschäft handeln.

Werden alternative Finanzinstrumente nach dem Alternativfinanzierungsgesetz, wie zum Beispiel Genussrechte, stille Beteiligungen oder bestimmte Formen von Nachrangdarlehen, angeboten, so muss der Emittent möglicherweise ein Informationsblatt vorlegen.

Bitte lesen Sie auch die Information zu Bürgerbeteiligungsmodellen zu weiteren Beteiligungs- und Finanzierungsformen.