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Whistleblower-System

1×1 der Geldanlage

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 Diese Grafik zeigt das Verhältnis von Aussicht auf Ertrag und Risiko

Bitte beachten Sie die 10 Gebote der Geldanlage:

Überlegen Sie, welches Ziel Sie mit der Anlage verfolgen: Soll ein Sparziel durch regelmäßiges Ansparen erreicht werden oder wollen Sie einen Betrag risikoreicher veranlagen? Darüber hinaus sollten Sie für sich bestimmen, welchen Betrag Sie anlegen möchten und auch können – prüfen Sie Ihre verfügbaren Ersparnisse, Ihre laufenden Ausgaben und Mittel für unvorhersehbare Ausgaben. Beachten Sie, dass bei gewissen Anlageformen Ihr Geldbetrag für eine längere Zeit gebunden ist, das heißt nicht vorzeitig oder nur mit zusätzlichen Gebühren, Vertragsstrafen oder Verlusten ausgezahlt wird. Lassen Sie sich das Produkt auch diesbezüglich genau erklären.
Anlageentscheidungen sollten gut durchdacht werden. Sie sollten Ihre Anlageziele, das Produkt, die Kosten und die Risiken, die mit dem Produkt verbunden sind, verstehen.
Beachten Sie, dass eine höhere Ertragschance auch mit einem höheren Risiko einhergeht. Je nach Art der Anlage sind verschiedene Risiken denkbar: Unternehmens-, Markt-, Zinsänderungs-, Währungs-, Wechselkurs-, Wertschwankungsrisiko. Ein „Nullrisiko“ gibt es nicht. Überlegen Sie, wie risikobereit Sie sind und inwieweit Sie Verluste verkraften können.
Seien Sie vorsichtig bei Informationen, die Sie aus Börse-„chat-rooms“ oder Online-Newslettern erhalten, da Sie in der Regel nicht wissen, wer die Information liefert und welche Ziele er damit verfolgt; oft erweisen sich diese Anlageempfehlungen als Falschauskünfte, um durch Beeinflussung des Kurses einen persönlichen Gewinn zu erzielen.

Investitionstipps

Die Finanzmarktaufsichtsbehörde leistet durch ihre Aufsichtsfunktion einen wichtigen Beitrag zur Stärkung und Attraktivität des österreichischen Finanzmarktes. Wesentlicher Faktor dabei ist das Vertrauen der Anleger in einen funktionierenden Finanzmarkt. Es ist der FMA ein großes Anliegen, eine Basis für dieses Vertrauen in den österreichischen Finanzmarkt zu schaffen.

Die folgenden Anleger-Informationen sind grundsätzliche Hinweise, welche Überlegungen bei einer Veranlagung anzustellen sind. Weder empfiehlt die Finanzmarktaufsicht bestimmte Veranlagungen noch rät diese von bestimmten Veranlagungen ab. Dies ist nicht Aufgabe der FMA. Vielmehr macht die Finanzmarktaufsicht darauf aufmerksam, was bei Beratungen und Vertragsabschlüssen zu beachten und wo Vorsicht geboten ist.

Die Vermittlung von Finanzwissen, insbesondere der Zusammenhang von Risiko und Ertrag bei Veranlagungen, steht im Mittelpunkt des OeNB-Finanzcockpits, bitte informieren Sie sich auch dort.

Folgende Überlegungen sollten vor jeder Veranlagung getätigt werden:

  • Welches Ziel verfolge ich mit meiner Veranlagung? zum Beispiel Vererbung, Pensionsvorsorge, späterer Konsum, „Spielkapital“;
  • Welche Beträge will ich veranlagen?
  • Wie lange will ich mein Geld binden?
  • Will ich trotz Veranlagung jederzeit darauf zugreifen können?
  • Habe ich in näherer Zukunft größere Ausgaben (wie Hausbau, Renovierung, Autokauf) geplant und habe ich dafür Geldreserven?
  • Habe ich auch Geldreserven für kleinere Anschaffungen, auf die ich jederzeit zugreifen kann?
  • Welche Veranlagungen habe ich bereits getätigt?
  • Passen die Veranlagungen insgesamt mit meinen Veranlagungszielen zusammen?

 

Darüber hinaus sollten Sie die folgenden wichtigen Punkte beachten:

Diese Grafik zeigt das Verhältnis von Aussicht auf Ertrag und Risiko

Als Grundsatz gilt: Ein höherer Ertrag ist immer mit einem höheren Risiko verbunden. Und längere Kapitalbindung bedeutet in der Regel höhere Verzinsung. Lassen Sie sich bei der Beratung ausführlich über die Risiken einer Veranlagung aufklären.

Erkundigen Sie sich immer nach dem erzielbaren Ertrag einer risikoarmen Veranlagung eines erstklassigen Emittenten oder Schuldners (zum Beispiel Bundesanleihe). Die Differenz zu diesem Zinssatz ist ein guter Indikator für das einzugehende Risiko. Beachten Sie, dass zum Beispiel eine Rendite von 8% hundert Prozent mehr Ertrag bringt, als eine Rendite von 4 %.

3 Säulen der Geldanlage

Die drei Säulen der Geldanlage sind: Ertrag, Sicherheit und Verfügbarkeit. Als Anleger muss man sich bewusst sein, dass keine Veranlagung alle drei Punkte optimal auf sich vereinen kann. Sicherheit geht immer auf Kosten des Ertrages (Verzinsung), Ertrag auf Kosten der Sicherheit beziehungsweise der Verfügbarkeit.

Risikogehalt verschiedener Produktgruppen

Wenngleich das Risiko eines bestimmten Produktes von zahlreichen Faktoren abhängt und Risikokategorisierungen nur eine begrenzte Aussagekraft haben, lassen sich Produktgruppen im Regelfall nach ihrem Risikogehalt folgendermaßen unterscheiden: Als relativ sicher können Veranlagungsformen wie das Sparbuch (zu beachten ist hier lediglich das Insolvenzrisiko der Bank und diesbezüglich die Einlagensicherung) und das Bausparen bezeichnet werden. Sie bringen geringere Erträge bei größerer Sicherheit.

Risikoreichere Anlageformen sind sonstige Anleihen, Aktien und Investmentfonds. Hier sind die Ertragschancen höher, es besteht jedoch auch ein größeres Verlustpotential.

Zwischen den genannten Produktgruppen kann es erhebliche Unterschiede im Risikogehalt geben wie auch innerhalb einer Produktgruppe: So ist beispielsweise Aktie nicht gleich Aktie; zum Beispiel sind Größe und Image des Unternehmens, Branchenzugehörigkeit, Börseplatz, und Liquidität Faktoren, die den Risikogehalt einer Aktie beeinflussen. Sprechen Sie Ihren Berater gezielt darauf an.

Bei Investmentfonds sollten Sie unbedingt die Frage stellen, ob es sich um in Österreich zum öffentlichen Vertrieb zugelassene Investmentfonds handelt (die diesbezüglichen Zulassungen werden seit 1. April 2002 von der FMA erteilt). Liegt keine entsprechende Zulassung vor, müssen Sie sich bewusst sein, dass das Fondsprodukt keinem Zulassungsverfahren unterzogen wurde und keiner behördlichen Aufsicht unterliegt.

Risikostreuung

Ein Hauptargument, das von Finanzdienstleitern beim Vertrieb von Investmentfonds immer wieder ins Treffen geführt wird, ist die gesetzlich normierte Risikostreuung. Obgleich die Risikostreuung das Veranlagungsrisiko reduziert, hängt der Risikogehalt eines bestimmten Investmentfonds letztlich davon ab, in welche Instrumente der Fonds investiert. Lassen Sie sich die aktuelle Zusammensetzung des Fonds und die Veranlagungsstrategie, die vom Fondsmanagement verfolgt wird, von Ihrem Berater ausführlich erläutern.

Hochspekulative Veranlagungen

Wenn Sie an hochspekulativen Veranlagungen interessiert sind, stehen Ihnen Anlageformen wie Optionen und Futures zur Verfügung, die bei sehr hohem Risiko auch hohe Gewinne, aber auch den Totalverlust des eingesetzten Kapitals, eventuell sogar Nachschusspflichten mit sich bringen können.

Eine hochspekulative Anlageform sind die sogenannten Hedge-Fonds; dabei handelt es sich nicht um Investmentfonds, sondern um in der Regel unbeaufsichtigte Veranlagungspools, die ihren Sitz häufig in Steueroasen haben und die keinerlei Veranlagungsbeschränkungen unterliegen.

Die historische Kursentwicklung (Performance) von Wertpapieren und Fondsprodukten sagt nichts über deren zukünftige Entwicklung aus.

Versprechen hoher Erträge

Vorsicht bei hohen Renditeversprechungen, die in keinem Zusammenhang mit den marktüblichen Renditen stehen. Höhere Renditen können grundsätzlich nicht versprochen oder garantiert werden. Das gilt auch für Lebensversicherungen mit Kapitalmarktbezug. Vorsicht aber vor allem dann, wenn Ihnen höhere Renditen ohne einem damit verbundenen Risiko eines Kapitalverlustes versprochen werden, da der Grundsatz gilt: Je höher die Rendite, desto höher das Risiko.

  • Wie hoch belaufen sich die gesamten Spesen (für Kauf, Verkauf, Verwaltung oder Vermittlung) für Ihre Veranlagung?
  • Sind in der Darstellung der Kursentwicklung in der Vergangenheit auch die Spesen berücksichtigt?
  • Wie sieht nach Abzug der Spesen die Wertentwicklung Ihrer Veranlagung aus?
  • Wie hoch ist das Kosten-/Spesen-Niveau des Finanzdienstleisters im Vergleich zum Branchendurchschnitt?
  • Wird die Kosten-/Spesen-Struktur des Finanzdienstleisters vor der Veranlagung dargelegt?

Der Berater ist nach dem Wertpapieraufsichtsgesetz 2007 dazu verpflichtet, herauszufinden, wie weit Sie mit den einzelnen Anlageformen vertraut sind, um für Sie eine „maßgeschneiderte Anlageform“ zu finden.

Geben Sie daher Ihrem Berater gewissenhaft Auskunft über Ihre bisherigen Erfahrungen mit Wertpapieren. Wichtig ist zum Beispiel, ob Sie schon in Wertpapieren veranlagt sind oder waren. Wenn ja, in weniger riskanten oder in hoch riskanten Wertpapieren? Haben Sie sich vielleicht schon privat über Wertpapiere informiert und können daher ein gewisses Grundwissen vorweisen?

Besonders wichtig ist, dass Sie sich bewusst werden, welchen Zweck Sie mit der Veranlagung Ihres Vermögens verfolgen wollen (Ansparen zwecks Erwerb einer Sache, Pensionsvorsorge, Spekulation…). Teilen Sie diese Information dem Berater mit und vergewissern Sie sich, dass er es so versteht, wie Sie es meinen.

Diese Auskünfte sollen dem Berater die Möglichkeit geben, Ihnen eine individuelle Beratung, abgestimmt auf Ihre persönlichen Erfahrungen, anbieten zu können. Eine sinnvolle Veranlagung setzt einige Überlegungen voraus, welche Grundlage für Ihre zukünftige Veranlagung sein soll. Es geht darum, dass Ihr Berater das für Sie optimale, auf Ihre Bedürfnisse abgestimmte, Anlageprodukt findet.