Erläuterungen zu Maßnahmen nach Artikel 124 und 164 CRR

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Maßnahmen nach Art. 124 CRR (gültig seit 1.1.2014)

Kroatien

Kroatien legt ab sofort strengere Definition für Wohnimmobilien-Sicherheiten fest:

  • Wohnimmobilen (Haus, Appartement, Baugrundstücke; Garagen, Parkplätze, sofern mit der Immobilie verbunden) können dann als Sicherheiten für Kredite verwendet werden, wenn diese Immobilien benützt werden.
    Ferien-Häuser (holiday homes) sind ab sofort ausgenommen.
  • Die Wohnimmobilie muss durch den Eigentümer (eine natürliche Person) selbst genützt oder von ihm an eine andere natürliche Person zu Wohnzwecken vermietet sein.
  • Der Eigentümer darf nicht mehr als zwei Wohnimmobilien besitzen.

Darüber hinaus setzt Kroatien für durch Gewerbeimmobilien besicherte Kredite ein RW iHv 100 % (statt 50 %) fest (gültig seit 01.07.2016).

Irland

Irland setzt das für durch Gewerbeimmobilien besicherte Kredite ein RW iHv 100 % (statt 50 %) fest und verschärft hinsichtlich Wohnimmobilien die Kriterien, um den Kredit „vollständig besichert“ anzusehen und damit mit 35 % risikogewichten zu können:

  • der Kreditnehmer muss die Wohnimmobilie selbst nutzen und
  • die Loan-To-Value Ratio darf 75 % nicht überschreiten.

Malta

Malta legt in Bezug auf Artikel 125 Absatz 2 Buchstabe d CRR strengere Kriterien bei der Risikogewichtung von Wohnimmobilien fest. Der Teil des Darlehens, dem das Risikogewicht von 35% zugewiesen wird, darf 70% des Marktwerts der betreffenden Immobilie nicht überschreiten (gültig seit 01.01.2014).

Norwegen

Norwegen setzt für durch Gewerbeimmobilien besicherte Forderungen ein Risikogewicht von 100 % (statt 50 %) fest (gültig seit 01.01.2014).

Polen

Polen setzt auf Basis von Art. 124 Abs. 2 CRR ein Risikogewicht von 150 % auf mit Wohnimmobilien besicherte Forderungen fest, wobei der Kreditbetrag oder die Zinszahlungen von Änderungen des Wechselkurses einer oder mehrerer Fremdwährung/en abhängen, die sich von jener/n Währung/en unterscheidet, in welcher der Schuldner das Einkommen bezieht. Das Risikogewicht von 150 % wird auf das gesamte Exposure, inklusive dem Teil der die Besicherung übersteigt, angewendet. (gültig seit 02.12.2017)

Polen setzt zusätzlich ein Risikogewicht von 100 % für mit Büros oder Gewerbeimmobilien besicherte Forderungen, die in Polen ansässig sind. (gültig seit 02.12.2017)

Rumänien

Rumänien setzt für durch Gewerbeimmobilien besicherte Kredite ein Risikogewicht von 100 % (statt 50 %) fest (gültig seit 01.01.2014).

Slowenien

Slowenien legt in Bezug auf Artikel 125 Absatz 2 Buchstabe d CRR strengere Kriterien bei der Risikogewichtung von Wohnimmobilien fest. Der Teil des Darlehens, dem das Risikogewicht von 35% zugewiesen wird, darf 60% des Marktwerts der betreffenden Immobilie nicht überschreiten (gültig seit 01.01.2014).

Schweden

Schweden setzt für durch Gewerbeimmobilien besicherte Kredite ein Risikogewicht von 100 % (statt 50 %) fest (gültig seit 01.01.2014).

Großbritannien

Ein Institut darf Risikopositionen gemäß Artikel 126 CRR nur dann als umfassend und vollständig durch Gewerbeimmobilien in Großbritannien besichert behandeln, wenn die jährlichen durchschnittlichen Verluste die aufgrund von mit in UK ansässigen Gewerbeimmobilien besicherten Forderungen entstehen, 0,5% der risikogewichteten Forderungsbeträge in einem repräsentativen Zeitraum nicht überschreiten. Ein Institut berechnet die in dieser Regel genannte Verlusthöhe auf der Grundlage der von der Prudential Regulation Authority gemäß Artikel 101 Absatz 3 CRR veröffentlichten aggregierten Marktdaten für gewerbliche Immobilienkredite. Ein repräsentativer Zeitraum ist ein ausreichend langer Zeithorizont, der eine Mischung aus guten und schlechten Jahren umfasst (gültig seit 01.01.2014).

Ein Institut darf Risikopositionen nur dann als umfassend und vollständig durch Gewerbeimmobilien, die sich in einem Staat befinden, der kein EWR-Staat ist, im Sinne von Artikel 126 Absatz 1 CRR besichert behandeln, wenn alle der folgenden Bedingungen erfüllt sind (gültig seit 27.04.2015):

(1) Die jährlichen durchschnittlichen Verluste aus Forderungen, die durch Gewerbeimmobilien, ansässig im jeweiligen Staat besichert sind, haben 0,5% des Forderungswerts in einem repräsentativen Zeitraum nicht überschritten, wobei;

(a) Hinreichende Beweise dafür vorliegen, dass die zur Ermittlung dieses Verlusts herangezogenen Daten die gleiche oder eine bessere Qualität aufweisen als die Daten, die gemäß Artikel 101 Absatz 3 CRR veröffentlicht werden müssen;
(b) Es angemessen ist, sich auf solche Daten zu stützen;

(2) Das Risikogewicht, das von der zuständigen nationalen Aufsichtsbehörde auf diese Forderung oder einen Teil einer Forderung angewandt wird, beträgt 50% oder weniger.
Ein repräsentativer Zeitraum ist ein ausreichend langer Zeithorizont, der eine Mischung aus guten und schlechten Jahren umfasst.

Maßnahmen nach Art. 164 CRR (gültig seit 1.1.2014)

Norwegen

Norwegen erhöhte die LGD-Mindestwerte für Wohnimmobilen von 10 % auf 20 %.

 

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