Informationen rund um die Themen Kredit und Versicherung-Verbraucher FAQs | FMA Österreich

Informationen rund um die Themen Kredit und Versicherung-Verbraucher FAQs

Springe zu: Fußzeile

Hier finden Sie Antworten zu häufig aufkommenden Fragen von Verbrauchern im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Sollten Sie in Zahlungsschwierigkeiten geraten, sollten Sie möglichst rasch handeln, denn jetzt gilt es zusätzliche hohe Kosten zu vermeiden!

Suchen Sie bitte so schnell als möglich das Gespräch mit Ihrem Kreditgeber (Bank, Leasinggesellschaft, Kreditkartenfirma…)! Am besten ist es, wenn Sie sich schon vor einem Zahlungsausfall bei ihrem Kreditgeber melden.

Nur durch eine gemeinsame Vereinbarung mit diesem können Sie erhebliche Mehrkosten, wie hohe Verzugszinsen und teure Mahnspesen, vermeiden.

Es gibt einige Möglichkeiten, die Sie mit Ihrem Kreditgeber vereinbaren können:

  • So kann zum Beispiel eine Stundung von einer oder mehreren Kreditraten vereinbart werden. Das bedeutet, dass die Fälligkeit einer oder mehrerer Raten aufgeschoben wird und diese Raten erst zu einem späteren Zeitpunkt zu zahlen sind. Dadurch kann eine kurzfristig schwierige finanzielle Situation überbrückt werden. 
  • Es kann auch eine Reduktion der Kreditraten bei gleichzeitiger Verlängerung der Laufzeit des Kredites vereinbart werden.
  • Auch kann die Umwandlung des Überziehungsrahmens am Girokonto in einen billigeren Abstattungskredit vereinbart werden.

Die heimischen Bausparkassen sind bereits tätig geworden und bieten Kunden in finanziellen Schwierigkeiten an, dass Bauspardarlehen gestundet werden. So gibt beispielsweise eine große Bausparkasse ihren Kunden die Möglichkeit, die Tilgungen für bis zu sechs Monate auszusetzen und in diesem Zeitraum nur die Darlehenszinsen zu zahlen.

Ganz egal welche Maßnahme für Sie passend erscheint, Ihr Kreditgeber hat sie jedenfalls über alle finanziellen Folgen die sich daraus ergeben aufzuklären, ohne dafür Gebühren zu verrechnen.

Sollten Sie in eine Schuldensituation gelangen aus der Sie keinen Ausweg mehr sehen, so wenden Sie sich bitte rasch an eine staatlich anerkannte Schuldnerberatungstelle (in Wien Schuldnerberatung Wien) Auch die Arbeiterkammern Österreich, beraten bei weiteren Fragen zu diesem Themenkreis.

Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA hat in Ihrer Stellungnahme vom 25. März 2020 klargestellt, dass sie die flexible Nutzung regulatorischer Spielräume unterstützt, sie jedoch keinen Spielraum beim Verbraucherschutz offenlässt. Die Kreditgeber haben im besten Interesse der Verbraucher zu handeln und kostenlos sicherzustellen, dass die Kreditnehmer alle Folgen etwaiger getroffenen Maßnahmen überblicken und verstehen können. Ebenso dürfen sich die Maßnahmen in keiner Weise negativ auf die Bonitätsbewertung (credit rating) des Kreditnehmers auswirken.

!ACHTUNG! Größte Vorsicht ist bei Kredithaien oder sogenannten Finanzsanierungsunternehmen geboten. Leider werden gutgläubige Konsumenten sehr häufig Opfer von unseriösen Anbietern im Internet. Eine besonders häufige Betrugsmasche in diesem Zusammenhang ist der sogenannte „Vorschussbetrug“. Hier verlangt ein Kreditermittler vorab Bearbeitungsgebühren, zum Beispiel für Bonitätsprüfung etc. Beim Vorschussbetrug ist das überwiesene Geld verloren und Sie bekommen auch keinen Kredit.

Derzeit haben zahlreiche Banken einige Filialen geschlossen. Das ist kein Grund zur Sorge, denn das hat lediglich organisatorische, aber keine wirtschaftlichen Gründe.

Die teilweisen Filialschließungen dienen der Verringerung der sozialen Kontakte und damit der Verlangsamung der Ausbreitung des Coronavirus.

Gleichzeitig konzentrieren sich viele Banken auf die Aufrechterhaltung einer etwas geringeren Anzahl an Filialen, damit sie auch bei einer möglichen Erkrankung einiger ihrer Mitarbeiter sicherstellen, dass jedenfalls Filialen an gut erreichbaren Standorten auch langfristig geöffnet bleiben.  

Aufgrund der aktuellen Situation beraten die meisten Banken derzeit am liebsten per Telefon, verweisen auf das Online Banking oder die Selbstbedienungs-Foyers.

Sollten Sie Anzeichen von Erkrankungen haben, bitten wir Sie, keine Bankfiliale zu besuchen.

Im Falle eines Filialbesuches bitten wir Sie, die empfohlenen 1-2 m Sicherheitsabstand einzuhalten und auf das Händeschütteln zu verzichten.

 

Informationen der FMA zur Möglichkeit der Aussetzung der Kreditraten

Verbraucher und Kleinstunternehmen können sich an ihre Bank wenden und eine Stundung der Kreditraten beantragen, wenn sie aufgrund der COVID-19-Pandemie gravierende Einkommensausfälle haben. Bei einer Stundung werden die Kreditraten 7 Monate lang ausgesetzt. So können COVID-19 bedingte Ausfälle abgefedert und die Kreditraten später zurückbezahlt werden.

Wenn Sie eine Privatperson sind und für private Zwecke eine Ware gekauft oder eine Dienstleistung in Anspruch genommen haben, dann gelten Sie in diesem Zusammenhang als Verbraucher (Konsument). Wenn Sie in der Eigenschaft als Verbraucher einen Kredit aufgenommen haben, dann gilt dieser Kredit als Verbraucherkredit.

Beispiele für Verbraucherkredite:

Wenn sie als Verbraucher z.B. einen Kredit aufgenommen haben, um für private Zwecke elektronische Geräte zu kaufen, um Möbel zu kaufen, um eine Wohnung, ein Grundstück oder ein Haus zu kaufen, eine Hypothek aufgenommen haben, dann gilt dieser Kredit als Verbraucherkredit.

Sie sind hingegen kein Verbraucher, wenn Sie für berufliche oder gewerbliche Zwecke eine Ware gekauft oder eine Dienstleistung in Anspruch genommen haben. Ein dafür aufgenommener Kredit gilt nicht als Verbraucherkredit.

Als Kleinstunternehmen gilt ein Unternehmen, das weniger als 10 Personen beschäftigt und dessen Jahresumsatz bzw. Jahresbilanz 2 Mio. EUR nicht überschreitet.

Es müssen zwei Kriterien erfüllt sein, damit die Zahlung der Kreditraten, die zwischen dem 1. April 2020 und dem 31. Oktober 2020 fällig werden, verschoben werden kann:

  • Der Kredit wurde vor dem 15. März 2020 aufgenommen und
  • Sie haben aktuell, z.B. aufgrund von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit, so gravierende Einkommenseinbußen, dass durch eine Zahlung der Kreditraten Ihr angemessener Lebensunterhalt oder auch der angemessene Lebensunterhalt der Personen, an die Sie Unterhalt zahlen müssen, gefährdet wäre.

In diesem Fall können mit Ihrer Bank einen neuen Zahlungsplan vereinbaren. Wird kein neuer Zahlungsplan vereinbart, werden die Raten am Ende der Laufzeit angehängt. Andere Bedingungen des Kreditvertrags werden dadurch nicht verändert.

Die Stundung bzw. die Aussetzung der Kreditraten gilt nicht automatisch! Sie müssen ihrer Bank bekannt geben, dass Sie die Stundung in Anspruch nehmen wollen. Sie müssen dazu auch darlegen, dass Sie aufgrund der COVID-19-Pandemie Einkommensausfälle haben. Eventuell sind Kreditraten für den Monat April bereits abgebucht bzw. eingezogen worden. Bitte setzten Sie sich dazu mit Ihrer Bank in Verbindung!

Um direkte soziale Kontakte zu vermeiden, können Sie dabei ihr Online-Banking nutzen, oder ihrer Bank ein E-Mail schreiben. Oft finden Sie auch ein Antragsformular / Online-Formular oder eine Hotline Nummer auf der Website ihrer Bank.

Nein, Leasingverträge sind gesetzlich nicht erfasst. Leasingraten müssen grundsätzlich weiterbezahlt werden. Allerdings besteht die Möglichkeit, mit dem Leasingunternehmen eine eigene Vereinbarung zu treffen.

Nein, für diese Zahlungen gilt die gesetzliche Stundung nicht, diese Zahlungen sind weiter zu leisten, wobei eine andere vertragliche Regelung mit ihrer Bank dadurch nicht ausgeschlossen wird.   

Nein, den Kreditnehmern steht es frei, diese Möglichkeit in Anspruch zu nehmen oder bei dem ursprünglich vereinbarten Abzahlungsplan zu bleiben. Wenn Sie die Stundung nicht in Anspruch nehmen wollen, dann müssen Sie dies der Bank nicht melden, sie bedienen Ihren Kredit weiterhin wie gewohnt.

Wenn Sie weiter die Zahlungen leisten, dann gilt die Stundung als nicht in Anspruch genommen.

Der Begriff „Moratorium“ bedeutet Stundung, also ein vorübergehendes Ruhen der Fälligkeit ihrer Kreditraten. Das bedeutet nicht, dass die Bank ihnen diese Kreditraten erlässt und sie diese daher gar nicht bezahlen müssen. Es bedeutet nur, dass Ihre Zahlungspflicht jetzt, in der Corona-Krisensituation aufgeschoben wird. Sie müssen diese Kreditraten später nachzahlen. Ihre Bank darf keine über die vereinbarten Zinsen hinausgehenden Verzugszinsen verlangen.

Es handelt sich hier um ein gesetzliches Moratorium, also um eine gesetzliche Stundung der Ansprüche der Bank auf Rückzahlung, Zins- oder Tilgungsleistung gegenüber Verbrauchern mit Eintritt der Fälligkeit für die Dauer von 7 Monaten und gilt für Verbraucherkreditverträge, die vor dem 15.03.2020 abgeschlossen wurden.

Hier handelt es sich um eine Unterstützungsmaßnahme ausschließlich für Kreditnehmer, die wegen der CoViD-19 Pandemie in wirtschaftliche Zahlungsengpässe geraten sind.

Was Sie in Zeiten der Coronavirus-/COVID-19-Pandemie bei Ihrer Versicherung beachten sollten

Weitere Informationen zum Thema Versicherung finden Sie unter: https://www.eiopa.europa.eu/sites/default/files/publications/eiopa_covid_19_consumer_guide.pdf

Prüfen Sie Ihre Unterlagen und stellen Sie sicher, dass Ihr Versicherungsschutz Ihrem Bedarf entspricht: Was deckt Ihre Versicherung ab und was nicht?

Nehmen Sie mit ihrem Versicherer oder ihrem Vermittler Kontakt auf, wenn Sie Ihre vertraglichen Verpflichtungen nicht erfüllen können, beispielsweise falls Sie in Zahlungsschwierigkeiten geraten sollten. Ihre Ansprechpartner können Sie zu den möglichen Folgen beraten und Ihnen Alternativen aufzeigen. Eventuell sind sie sogar schon dabei Maßnahmen umzusetzen, die Ihnen Hilfestellung bieten können.

Prüfen Sie, ob Ihr Versicherer, Ihr Vermittler oder Ihre Regierung Notfallmaßnahmen erlassen haben, z. B. Änderungen in den Abläufen des Schadenmanagements. Sollten Sie Schwierigkeiten mit einem Versicherungsvertrag haben, sind diese Maßnahmen möglicherweise hilfreich für Sie.

Sollten Sie ein Angebot erhalten, lesen Sie sich die Angebotsbedingungen aufmerksam durch. Seien Sie insbesondere bei elektronischen Nachrichten und Online-Diensten wachsam, die Sie bislang noch nicht genutzt haben.
Einen Betrug erkennen Sie beispielsweise daran, dass ein Angebot einen zu guten Eindruck macht, ein unverhältnismäßig starker Druck auf Sie ausgeübt wird oder Sie dazu aufgefordert werden, personenbezogene Daten wie Benutzernamen, Passwort, persönliche Informationen oder Kontodaten preiszugeben.

An den Aktienmärkten kommt es derzeit zu starken Schwankungen und dies wird voraussichtlich auch in der nächsten Zeit so bleiben. Wenn Sie wegen des Wertverlusts besorgt sind oder Bedenken haben, ob Ihr Produkt noch für Sie geeignet ist, sprechen Sie zunächst mit Ihrem Versicherer oder Vermittler, bevor Sie handeln.

Ihr Versicherer oder Vermittler sollte jederzeit in Ihrem Interesse handeln, und er ist verpflichtet, Ihnen zeitnah verständliche Informationen zur Verfügung zu stellen.