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Was sind die Risiken eines Fremdwährungskredits?

Zinsänderungsrisiko

Zinssätze unterliegen Schwankungen. Ein Zinsvorteil gegenüber einem Kredit in Euro kann – durch Änderungen des wirtschaftlichen Umfeldes im Euro- wie im Fremdwährungsraum – rasch verloren gehen, oder sich sogar in einen Nachteil umkehren.

Wechselkursrisiko

Ebenso raschen und unvorhersehbaren Schwankungen wie die Zinssätze unterliegen die Wechselkurse von Währungen. Wertet die Fremdwährung, in der Sie den Kredit aufgenommen haben, auf, so müssen Sie zusätzlich zur Zinszahlung auch mehr Kapital für die Kreditrückzahlung bezahlen, als Sie bei der Kreditauszahlung erhalten haben.

Tilgungsträgerrisiko

Fremdwährungskredite wurden in der Regel als „endfällige Kredite“ abgeschlossen. Dazu war zusätzlich ein „Tilgungsträger“ abzuschließen – in der Regel eine Kapital-Lebensversicherung, Fondspolizze oder ein Wertpapiersparplan (Investmentfonds) – mit dem jenes Kapital angespart wird, das zur Tilgung des Kredites erforderlich ist. Je höher die durchschnittliche Rendite dieses Tilgungsträgers angenommen wird, desto niedriger ist der erforderliche monatliche Ansparbetrag.

Wird die versprochene Verzinsung nicht geschafft, kann der Kredit nicht in voller Höhe getilgt werden.
Tilgungsträger erwirtschaften ihre Rendite Großteils aus Investitionen auf den Kapitalmärkten. Sie bergen daher zusätzlich das klassische Risiko von Wertpapierspekulationen in sich: Je höher die angestrebte Rendite, desto höher auch das damit verbundene Risiko.

Risiko ungeplanter Kosten

  • Swap – oder Absicherungskosten: Das Risiko höherer Kosten durch Zins- und/oder Wechselkursveränderungen kann durch alternative Finanzprodukte abgesichert werden. Auch kann die Währung, in der ein Kredit aufgenommen wird, jederzeit gewechselt werden. Beides verursacht allerdings beachtliche Kosten, die den ursprünglichen Finanzierungsvorteil rasch ins Gegenteil umkehren können.
  • Konvertierung: Wenn der Fremdwährungskredit – etwa wegen ungünstiger Wechselkursentwicklung – nicht mehr ordnungsgemäß bedient wird oder nicht mehr ausreichend besichert ist, kann er – wenn das im Kreditvertrag so vorgesehen ist – auch zum ungünstigen Wechselkurs in einen Euro-Kredit umgewandelt werden. Das gleiche gilt, wenn der Tilgungsträger nicht ordnungsgemäß bedient wird oder nicht den prognostizierten Ertrag erwirtschaftet.
  • Erhöhung der erforderlichen Sicherheiten: Bei ungünstiger Wechselkursentwicklung können – unter Androhung von Zwangskonvertierung – zusätzliche (oft teure) Produkte zur Absicherung des Wechselkurs- und/oder Zinsrisikos verlangt werden. Es kann auch eine Erhöhung der Sicherheiten verlangt werden, etwa die Aufstockung einer Hypothek samt erhöhter Grundbucheintragungsgebühr, eine zusätzliche Kreditversicherung oder die Aufstockung des Tilgungsträgers.
  • Rollover-Zeitpunkt: Der Umstieg in eine andere Währung (Rollover) ist in der Regel nur alle drei Monate möglich. Das birgt große Risiken bei Wechselkursturbulenzen, da man hier nicht sofort reagieren kann.