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Whistleblower-System

Informationen zu Whistleblowing

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Hinweise sind eine wichtige Erkenntnisquelle für die Finanzmarktaufsicht. Whistleblower können dazu beitragen, dass Missstände abgestellt werden und damit Schäden begrenzt oder sogar verhindert werden können.

Die FMA verfügt bereits seit 1. Februar 2014 über ein spezielles IT-basiertes Hinweisgebersystem zur anonymen Entgegennahme von vertraulichen Informationen über mögliche Missstände in beaufsichtigten Unternehmen. Damit hat die FMA nicht nur eine zentrale Stelle geschaffen, die für die Entgegennahme von Hinweisen zuständig ist, sondern auch ein spezielles Tool und ein besonderes Verfahren etabliert, um Hinweisgeber sowie Personen, welche durch einen Hinweis betroffen sind, zu schützen.

Hinweisgeber oder Whistleblower sind Personen, die über eine besondere Kenntnis von Unternehmensinterna verfügen und durch einen Hinweis einen Beitrag zur Bekämpfung von Missständen leisten wollen. Diese Hinweise sind eine wichtige Erkenntnisquelle für die Ermittlungs- und Prüfungstätigkeit der FMA . Whistleblower können dazu beitragen, dass Missstände abgestellt werden können und so ein Schaden begrenzt oder sogar verhindert werden kann.

Unter Hinweisgebern versteht man Personen, die in der Regel aufgrund einer beruflichen Position (z.B. Mitarbeiter oder Personen besonderer Vertrags- oder Vertrauensverhältnisse) Kenntnis von einem Missstand in einem Unternehmen erlangt haben.

Von Hinweisgebern zu unterscheiden sind Verbraucher, die eine Beschwerde an die FMA übermitteln oder ein Anfrage an die FMA stellen wollen. Beschwerdeführer fühlen üblicher Weise eine persönliche Betroffenheit, einen persönlichen Nachteil in ihrer Geschäftsbeziehung mit etwa einer Bank oder einer Versicherung. Für diese Personen hat die FMA eine eigene Kontaktadresse eingerichtet: fma@fma.gv.at

Informationen zu Beschwerden an die FMA finden sie unter folgendem Pfad: https://www.fma.gv.at/beschwerde-und-ansprechpartner/

Eine Kommunikation mit Verbrauchern kann über die Kommunikationskanäle für Hinweisgeber nicht erfolgen.

Folgende Kommunikationskanäle stehen Hinweisgebern zur Verfügung:

  • IT-basiertes Hinweisgebersystem zur Entgegennahme anonymer Hinweise und zur anonymen Kommunikation, erreichbar über die Website der FMA
  • Schriftlich in Papierform oder auf elektronischem Weg
  • Telefonisch unter 0800 249 900
  • Mündlich gegenüber den Mitarbeitern der Hinweisgeberstelle an der Adresse der FMA , für Hinweisgeber, die der FMA einen tatsächlichen oder möglichen Verstoß gegen die Marktmissbrauchsverordnung (Verordnung EU Nr. 596/2014) melden.

Finanzmarktaufsicht
Hinweisgeberstelle
Otto Wagner Platz 5
1090 Wien
Email: whistleblowing@fma.gv.at
Hotline 0800 – 249 900

Die Hinweisgeberstelle der FMA ist die zentrale Stelle für die Entgegennahme, die Erstprüfung von Hinweisen sowie die Kommunikation mit anonymen Hinweisgebern über das IT-gestützte Hinweisgebersystem. Geht ein Hinweis bei dieser Stelle ein, so überprüfen spezielle Mitarbeiter, ob das Rechtsgebiet der FMA sowie ein durch die FMA beaufsichtigtes Unternehmen betroffen ist und ob ein sachdienlicher Hinweis vorliegen könnte.

Sodann werden diese als relevant eingestuften Hinweise an die betroffenen Fachabteilungen übermittelt. Diese gehen dem Hinweis weiter nach. Sollte die Fachabteilung zur Ansicht gelangen, dass aufsichtsrechtliche Maßnahmen zu setzen sind, wird sie diese einleiten.

In dem IT-basierten Hinweisgebersystem kann zur anonymen Kommunikation ein Postkasten eingerichtet werden. Dieser ist wichtig, um im Laufe von Ermittlungen auftauchende Fragen abklären zu können. Eine Kommunikation über den Postkasten erfolgt in der Regel sehr rasch. Damit tragen Hinweisgeber maßgeblich zum Erfolg von Ermittlungsverfahren bei.

Über diesen geschützten Postkasten kann die FMA nicht nur Fragen sondern auch mögliche Rückmeldungen zukommen lassen. Da jedoch sämtliche Organe und Mitarbeiter der FMA der gesetzlichen Verpflichtung zur Amtsverschwiegenheit unterliegen, können wir über den Fortgang und die Ergebnisse unserer Verfahren keine Rückmeldung geben. Dies dient auch dem Schutz der durch einen Hinweis betroffenen Personen während der Ermittlungen.

Um Hinweisgeber wirksam zu schützen, stellt die FMA eine mit den neuesten Techniken gesicherte Kommunikationsplattform zur Abgabe anonymer Hinweise mittels zertifizierter Verschlüsselungsverfahren zur Verfügung. Solange ein Hinweisgeber selbst keine Daten eingibt, welche Rückschlüsse auf seine Person zulassen, schützt das Hinweisgebersystem auch bei der Kommunikation über den Postkasten die Anonymität eines Hinweisgebers technisch.

In dem von der FMA verwendeten System kann auch ein eigener, geschützter Postkasten eingerichtet werden, über welchen ein Hinweisgeber anonym mit der FMA kommunizieren kann, so bleibt auch während der Kommunikation mit Hinweisgebern deren Anonymität technisch geschützt.

Sämtliche Mitarbeiter und Organe der FMA unterliegen der gesetzlichen Verpflichtung zur Amtsverschwiegenheit, so sind sowohl die Identität der Hinweisgeber als auch Personen, welche durch Hinweise betroffen sind, geschützt. Auch hat die FMA spezielle Verfahren zum Schutz personenbezogener Daten eingerichtet, so gibt es auch innerhalb der Organisation der FMA eigene Vertraulichkeitsbereiche sowie die Möglichkeit, bestimmte Akten bei Ermittlungen mit Zugriffsbeschränkungen vertraulich zu führen.

In besonderen Fällen kann es allerdings sein, dass die FMA verpflichtet ist, ihr bekannte Daten weiterzugeben. Sollten Sie einen Hinweis nicht anonym einbringen, sondern Ihre Identität oder andere persönliche Daten wissentlich oder unwissentlich bekannt geben, beachten Sie bitte, dass die Offenlegung von persönlichen Daten etwa im Rahmen von strafrechtlichen Ermittlungen zu einer Identifizierung des Hinweisgebers führen kann.

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