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Die Sandbox läuft in vier Phasen ab:

Phase 1: Zulassung

Das FinTech oder konzessionierte Unternehmen mit FinTech-Projekt oder -Kooperation stellt einen Zulassungsantrag bei der FMA. Sie prüft die Sandbox-Kriterien gemäß § 23a Abs. 2 FMABG:

  • Basiert das Geschäftsmodell auf Informations- und Kommunikationstechnologie?
  • Unterliegt es der Aufsicht der FMA, ist also überhaupt eine Konzessionspflicht gegeben?
  • Ist eine Gefährdung der Finanzmarktstabilität oder des Verbraucherschutzes zu erwarten?
  • Liegt es aufgrund seines Innovationswertes im öffentlichen Interesse?
  • Ist es marktreif und testreif? Stehen also nicht etwa noch rechtliche oder technische Hindernisse entgegen?

Die FMA erhält bezüglich der Frage, ob das Geschäftsmodell im öffentlichen Interesse liegt, marktreif und testreif ist, eine Stellungnahme eines im Bundesministerium für Finanzen angesiedelten Fachgremiums, dem Regulatory Sandbox Beirat.

Über die Zulassung zur Sandbox wird sodann mit Bescheid entschieden.

Phase 2: Pre-Support

In der Vorbereitungsphase beginnt die enge Abstimmung mit dem Sandbox Teilnehmer. In der FMA bildet sich ein FinTech Supervisory Team für das einzelne FinTech, das sich aus ExpertInnen der Fachabteilungen zusammensetzt. Dieses stimmt sich mit dem Unternehmen in persönlichen Terminen zu Testparametern, Milestones und Zeitplan des Tests ab und bespricht etwaige Befristungen und Auflagen der Konzession. Das Unternehmen wird im Wege des Pre-Supports zu aufsichtsrechtlichen Implikationen des Geschäftsmodells angeleitet.

Mit einem nicht-konzessionierten bzw. -registrierten FinTech wird ein Konzessionsverfahren für die Testphase durchgeführt. Im Fall eines Incumbents ist möglicherweise über eine Konzessionserweiterung zu entscheiden. Am Ende der Phase steht in diesen Fällen ein (Konzessions-, Registrierungs-) Bescheid.

Das Unternehmen darf ab nun konzessionspflichtige Tätigkeiten im Rahmen der Test-Konzession / Test-Registrierung erbringen.

Phase 3: die eigentliche Test-Phase

Das Unternehmen erbringt konzessionspflichtige oder registrierungspflichtige Dienstleistungen und wird dabei beaufsichtigt. Je nach Vorgaben werden dabei die Einschränkungen und Auflagen eingehalten. Die erstellten Testparameter und Milestones werden mit dem Unternehmen regelmäßig in Management-Gesprächen mit dem FinTech Supervisory Team besprochen.

Ist ein konzessioniertes Unternehmen mit einem nicht-konzessionierten FinTech in der Sandbox, kann dieses beispielsweise als Outsourcing-Partner miteinbezogen werden, insbesondere an den Management-Gesprächen teilnehmen.

Phase 4: Final Report & Exit

Die Testphase wird ausgewertet und das Geschäftsmodell aus der Sandbox entlassen, insbesondere in die reguläre Aufsicht überführt. Bei Vorliegen der Voraussetzungen wird entschieden, die Auflagen oder Einschränkungen im Konzessions- / Registrierungsbescheid aufzuheben. Auch dies erfolgt mit Bescheid. Es können auch neuerliche Auflagen festgesetzt werden um das Unternehmen in die reguläre Aufsicht zu überführen.

Entscheidet sich das Unternehmen für eine Änderung des Geschäftsmodells, statt der künftigen Aufsicht durch die FMA, stellt dies kein „negatives“ Ergebnis der Sandbox dar: Das Unternehmen betreibt in diesem Fall das Geschäftsmodell ja durchaus weiterhin erfolgreich (zum Beispiel mit einem konzessionierten Kooperationspartner).