FMA-Aufsichtsschwerpunkte Nachhaltigkeit

FMA-Aufsichtsschwerpunkte Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist seit dem Jahr 2021 ein ausgewiesener Aufsicht- und Prüfschwerpunkt der Finanzmarktaufsicht (FMA). Neben einem strukturieren Dialog mit allen Stakeholder:innen zu Nachhaltigkeitsfragen, können zwei besondere, thematische Aspekte der Schwerpunkte der FMA hervorgehoben werden: Einerseits die angemessene Integration von Nachhaltigkeitsrisiken in Strategie, Governance und Risikomanagement von beaufsichtigten Unternehmen (Fokus auf Resilienz), andererseits die Einhaltung der erforderlichen Offenlegungsanforderungen hinsichtlich nachhaltiger Finanzprodukte, um Risiken von Greenwashing zu reduzieren (Fokus auf kollektiven Anlegerschutz).

Die Leitplanken der FMA

Die FMA hat ihre Tätigkeit im Rahmen einer mittelfristigen Risikoanalyse für die nächsten drei Jahre entlang von sechs mittelfristigen Leitplanken aufgestellt, die die Aufsichts- und Prüftätigkeit leiten sollen.

Risiken im Zusammenhang mit der Klimakrise und der Biodiversitätskrise und der damit verbundenen notwendigen Umstellung auf eine nachhaltigere Wirtschaft werden zukünftig noch stärker zutage treten.

Als FMA fordern wir daher eine Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken ein, fördern Markttransparenz und bekämpfen Greenwashing.

Nachhaltigkeit: Schwerpunkte der Aufsichts- und Prüftätigkeit 2025

  • Transitionsplanung und physische Risiken
  • Greenwashing-Prävention
  • NATCAT-Risiken bei Versicherungen

Weitere Details zum Aufsichtsschwerpunkt Nachhaltigkeit der FMA siehe unter den jährlichen FMA-Publikationen „Fakten, Trends und Strategien“.

Um weiterhin ein sicheres, stabiles und gut geführtes Banken- und Finanzsystem zu gewährleisten, haben die FMA und die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) für das Jahr 2026 fünf Themenschwerpunkte für die Erfüllung ihrer Aufgaben in der Bankenaufsicht festgelegt, u.a. im Bereich ESG-Risiken bei Banken: Risiken aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG-Risiken) sollen im Risikomanagement der Banken berücksichtigt sein. Die Anforderungen der ESG-Risikomanagement-Leitlinien der European Banking Authority (EBA) sollen in den aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozess für weniger bedeutende Institute (LSI-SREP) integriert werden. Nachhaltigkeitsrisiken werden in den Managementgesprächen mit den Beaufsichtigten entsprechend adressiert.

Aufsichtstätigkeiten der FMA im Bereich Sustainable Finance

In den Aufsichtstätigkeiten der FMA wird dem Management von Nachhaltigkeitsrisiken, einer transparenten Offenlegung von Nachhaltigkeitsaspekten sowie der Prävention von Greenwashing ein besonderer Stellenwert eingeräumt und sektorübergreifend adressiert. Dabei integriert sie das Thema Sustainable Finance in ihre regulären Aufsichtstätigkeiten. In Bezug auf die prudentielle Bankenaufsicht werden diese Tätigkeiten im Rahmen der nationalen gesetzlichen Zuständigkeitsverteilung gemeinsam von FMA und Österreichischer Nationalbank (OeNB) ausgeübt.

Die FMA überprüft den angemessenen Umgang mit Nachhaltigkeits- und Klimarisiken von beaufsichtigten Unternehmen und führt regelmäßig Klimastresstests und -analysen durch. Um die beaufsichtigten Unternehmen bei der Integration der Risiken aus Nachhaltigkeits- und Klimafaktoren in Risikomanagement, Strategie und Governance zu unterstützen, veröffentlicht und aktualisiert die FMA aufsichtliche Guidance-Dokumente für den österreichischen Finanzmarkt (FMA-Leitfaden zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken).

Die FMA überprüft die Umsetzung der Anforderungen zu Transitionsplänen und Transitionsplanung in den beaufsichtigten Unternehmen im Anwendungsbereich. Die Transitionsplanung ist dabei umfassend und als „neues Risikomanagementtool“ zu verstehen.

Die FMA überprüft die Einhaltung der Regelungen zu nachhaltigkeitsbezogenen Offenlegungen in Bezug auf beaufsichtigte Unternehmen, Finanzinstrumente und Finanzprodukte. Die FMA geht gegen mögliches Greenwashing am österreichischen Finanzmarkt vor, denn redliche, eindeutige und nicht irreführende Informationen sind die Basis für das Vertrauen in einen funktionierenden Finanzmarkt.

Die FMA überprüft die Einhaltung der Regelungen zu nachhaltigkeitsbezogenen Vertriebsvorschriften am Finanzmarkt, die sicherstellen sollen, dass Anleger:innen diejenigen Finanzprodukte erhalten, die auch ihren Nachhaltigkeitspräferenzen entsprechen.

Die FMA beobachtet laufend neue Entwicklungen am Finanzmarkt und in der Regulatorik zu Sustainable Finance und trägt sie mit Informationen, Veröffentlichungen sowie im Rahmen von Initiativen zur Finanzbildung zum kollektiven Verbraucher:innenschutz bei.

Weitere Informationen zu den Tätigkeiten der FMA im Bereich Sustainable Finance finden sich in der FMA Strategie zu Sustainable Finance.