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Whistleblower-System
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Publizitätsverpflichtungen der Emittenten

Die Publizitätsbestimmungen für börsenotierte Unternehmen tragen dazu bei, dass die Marktteilnehmer unverzüglich und vor allem zeitgleich über Informationen von Wertpapieremittenten verfügen.

Die damit erreichte Transparenz ermöglicht den Marktteilnehmern eine fundierte Beurteilung der Unternehmen und stärkt das Anlegervertrauen. Transparenz führt zu „fairen“, nicht durch Informationsungleichgewicht, Informationsmangel oder durch Gerüchte verfälschte Kurse und zu einer effizienten Preisbildung.

Welche Veröffentlichungspflichten die Emittenten treffen, hängt davon ab, an welchen Märkten ihre Finanzinstrumente zugelassen sind.

Emittenten am geregelten Markt

Emittenten, deren Wertpapiere zum Handel an einem geregelten Markt zugelassen sind, müssen „vorgeschriebene  Informationen“ i.S.d. § 81a Abs 1 Z 9 BörseG veröffentlichen.  Der geregelte Markt in Österreich ist derzeit der Amtliche Handel und der Geregelte Freiverkehr der Wiener Börse AG. Im Wesentlichen sind davon folgende Informationen umfasst:

  • Veröffentlichungen von Insiderinformationen
  • Directors‘ Dealings
  • Finanzberichte
  • Änderungen bedeutender Beteiligungen

Vorgeschriebene Informationen sind unionsweit zu veröffentlichen und dem Speichersystem der OeKB zu übermitteln. In diesem Speichersystem (IssuerInformationCenter.Austria) können die veröffentlichten vorgeschriebenen Informationen online aufgerufen werden. Veröffentlichungen von Insiderinformationen sind zusätzlich auf der Webseite des Emittenten zu veröffentlichen und dort während eines Zeitraums von mindestens fünf Jahren anzuzeigen.

Emittenten an multilateralen oder organisierten Handelssystemen

Die Pflicht zur Veröffentlichung (unionsweit und auf der Webseite) von Insiderinformationen und Directors‘ Dealings (Art 17 und 19 MAR) trifft auch Emittenten, die für ihre Finanzinstrumente eine Zulassung zum Handel an einem multilateralen Handelssystem beantragt oder erhalten bzw dem zugestimmt haben. Weiters gilt dies auch für Emittenten, die für ihre Finanzinstrumente eine Zulassung zum Handel an einem organisierten Handelssystem erhalten bzw dem zugestimmt haben.

Finanzberichte, Änderungen bedeutender Beteiligungen und andere vorgeschriebene Informationen müssen von diesen Emittenten hingegen nicht veröffentlicht werden. Emittenten an multilateralen oder organisierten Handelssystemen können freiwillig Veröffentlichungen von Insiderinformationen und Directors‘ Dealings an das Speichersystem der OeKB (IssuerInformationCenter.Austria) übermitteln.

Derzeit ist in Österreich lediglich der Dritte Markt der Wiener Börse AG ein multilaterales Handelssystem.