FMA-Erhebung zu Fremdwährungskrediten im 4. Quartal 2019: Aushaftendes Volumen seit dem Höhepunkt 2008 um drei Viertel gesenkt | FMA Österreich

FMA-Erhebung zu Fremdwährungskrediten im 4. Quartal 2019: Aushaftendes Volumen seit dem Höhepunkt 2008 um drei Viertel gesenkt

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Das aushaftende Volumen an Fremdwährungskrediten (FX-Kreditvolumen) an private Haushalte ist 2019 wechselkursbereinigt um € 1,90 Mrd. oder -12,8% zurückgegangen. Allein im 4. Quartal betrug der Rückgang € 500 Mio. oder -3,6% gegenüber dem Vorquartal. Damit konnte das an private Haushalte aushaftende FX-Kreditvolumen seit Verhängung des Neuvergabe-Stopps im Herbst 2008 und den begleitenden Maßnahmen zur Begrenzung des Risikos bei den bestehenden Krediten wechselkursbereinigt um € 34,88 Mrd. oder -74,60% gesenkt werden. In absoluten Zahlen haften damit noch FX-Kredite an Private im Gegenwert von € 13,25 Mrd. aus; zum Höchststand 2006 waren dies € 38,8 Mrd. Dies geht aus der Erhebung der FMA zur Entwicklung der FX-Kredite im 4. Quartal 2019 hervor.

Konsequenter Risikoabbau – für Banken wie private Haushalte

„Wir begrenzen das Risiko aus Fremdwährungs- und Tilgungsträgerkrediten konsequent, erfolgreich und nachhaltig. Im Vergleich zum Höhepunkt des FX-Kredite-Booms wurden wechselkursbereinigt bereits rund drei Viertel des aushaftenden Volumens abgebaut, in absoluten Zahlen sind es fast zwei Drittel. Es drohen heute aus den FX-Krediten weder Risiken für die Stabilität des Finanzmarktes Österreichs noch für einzelne Institute. Für die verbliebenen Risiken haben die Banken bereits entsprechend vorgesorgt“, so die FMA-Vorstände Helmut Ettl und Eduard Müller: „Wir müssen und wir werden diesen Weg aber konsequent weitergehen, um auch das Risiko für die Kreditnehmer weiter einzudämmen, insbesondere indem nach wie vor vorhandene Deckungslücken bei noch ausstehenden Fremdwährungskrediten mit Tilgungsträgern in den kommenden Jahren möglichst geschlossen werden.“

Der Fremdwährungsanteil an allen aushaftenden Krediten an private Haushalte wurde 2019 um 1,3 Prozentpunkte auf 8,3% gesenkt. Gegenüber dem Höhepunkt des FX-Kreditbooms, wo dieser Anteil bei 31,8% lag, sank er somit von ungefähr einem Drittel signifikant unter ein Zehntel. Zum Jahresende 2019 entfiel mit 96,1% der Großteil des FX-Forderungsvolumens auf Schweizer Franken und der Rest beinahe zur Gänze auf Japanische Yen.

Seit Anfang 2008 hat der Schweizer Franken bis 31. Dezember 2019 um 52,2% aufgewertet und pendelte sich im vierten Quartal, nach Aufhebung des Mindestkurses von 1,20 im Jänner 2015, zwischen 1,0854 und 1,1047 ein.

Rückfragehinweis für Journalisten

Klaus Grubelnik (FMA-Mediensprecher):
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