FMA-Jahresbericht 2019: Österreichs Finanzmarkt stabil und krisenfest. Finanzdienstleister in COVID-19-Krise starke Stütze der Realwirtschaft.

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2019 hat Österreichs Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) mit 393 Mitarbeitern insgesamt 999 Unternehmen beaufsichtigt, davon 884 konzessionierte Unternehmen der Finanzwirtschaft sowie 115 börsennotierten Unternehmen, bei denen die Einhaltung der Informationspflichten und die Ordnungsgemäßheit des Handels in Wertpapieren überwacht wurde. Die Finanzunternehmen verwalteten zusammen Vermögenswerte von rund € 1.191 Mrd. Im Vergleich zur globalen Finanzkrise 2008 sind die Finanzdienstleister heute stabil und krisenfest aufgestellt, so die Co-Vorstände der FMA, Helmut Ettl und Eduard Müller, bei der heutigen Präsentation des Jahresberichtes 2019 mit Blick auf die aktuelle COVID-19-Krise. So haben etwa die Banken das harte Kernkapital seither von rund 8% auf etwa 16 % verdoppelt, das Volumen notleidender Kredite konnte von 14% am Höhepunkt auf derzeit rund 2% abgebaut werden. Und die Versicherungsunternehmen haben im Schnitt eine Solvenzquote (SCR) von mehr als 230%, verfügen also über mehr als das Doppelte an finanziellen Mitteln als es die Erfüllung ihrer vertraglichen Verpflichtungen erfordert.

COVID-19-Krise: Finanzmärkte nicht das Problem, sondern Teil der Lösung

„Wir haben die Lehren aus der globalen Finanzkrise gezogen und konsequent umgesetzt, Qualität und Quantität der Kapitalbasis gestärkt, Risikopositionen nachhaltig adressiert und regulatorische Lücken geschlossen,“ fassen Ettl und Müller den Jahresbericht zusammen: „Wir sind überzeugt, dass die Finanzwirtschaft die großen Herausforderungen der COVID-19-Krise meistern kann und in diesen schwierigen Zeiten eine starke Stütze der Realwirtschaft sein wird. In der globalen Finanzkrise 2008 waren die Finanzmärkte Teil des Problems, in der COVID-19-Krise sind sie Teil der Lösung!“ Auch die Aufsicht habe heute alle erforderlichen Instrumente im Werkzeugkasten, um flexibel, rasch und effektiv auf die Herausforderungen reagieren zu können. Und der FMA-Vorstand zählte nur beispielhaft das Regime der Eigenkapital-Puffer bei Banken, die Zinszusatzrückstellung in der Lebensversicherung, die Instrumente zum Eindämmen spekulativen Short-Sellings sowie die effiziente Regulierung der Marktinfrastrukturen auf.

Modernste Aufsichtsbehörde Europas

„Als integrierte Aufsicht über den gesamten Finanzmarkt Österreich heben wir alle Synergien bei Know-how und Kosten, verbessern Effizienz und Effektivität der Aufsicht laufend. Durch die Stärkung des Proportionalitätsprinzips in der Regulierung, den risikobasierten und präventiven Aufsichtsansatz sowie die Verschlankung und Beschleunigung der Verfahren ist es uns gelungen, trotz zusätzlicher Aufgaben nun bereits das fünfte Jahr in Folge diese Herausforderungen mit gleichbleibendem Mitarbeiterstand zu bewältigen,“ erinnern Ettl und Müller an die Übertragung zusätzlicher Aufgaben wie Aufsicht über Einlagensicherungssysteme sowie über Datenbereitstellungsdienste, Marketmonitoring und Produktintervention, Geldwäscheaufsicht bei Finanzagenten und bestimmten Dienstleistern für Krypto-Assets. „Unser Ziel ist und bleibt es, die modernste Aufsichtsbehörde Europas zu sein,“ so der FMA-Vorstand.

Das Gesamtbudget der FMA betrug 2019 rund € 72,3 Mio. (+3,8%), wovon € 10,7 Mio. als Durchlaufposten für die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) als Teilkostenersatz für deren Dienstleistungen einzuheben waren. € 4 Mio. der Kosten deckt der Bund pauschal,

€ 5,9 Mio. wurden durch Gebühren und sonstige Erträge gedeckt, der Rest ist verursachergerecht auf die Beaufsichtigten umzulegen. Davon entfielen auf die Banken 57,4%, die Wertpapieraufsicht 23,2%, Versicherungsunternehmen 17,6% und Pensionskassen 1,8%. 

Experten-Organisation FMA – ein attraktiver Arbeitgeber

„Als Aufsichtsbehörde ist die FMA eine Experten-Organisation; sie kann nur so gut sein, wie die Mitarbeiter, die sie tragen,“ so Ettl und Müller: „Und wir können mit Fug und Recht stolz sein, wie qualifiziert und engagiert unsere Kolleginnen und Kollegen sind.“ So haben 80% der Beschäftigten ein Studium abgeschlossen, 40% verfügen dazu über eine Zusatzausbildung wie etwa die Rechtsanwalts-, Wirtschaftsprüfer- oder Steuerberater-Prüfung, ein Zweit- oder post-graduales Studium. Alle FMA-Mitarbeiter zusammen sprechen mehr als 40 Fremdsprachen. „Wir sind auch ein sehr attraktiver Arbeitgeber,“ so Ettl und Müller, „das zeigen alle Rankings zur Arbeitnehmerzufriedenheit. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie hat bei uns einen hohen Stellenwert, dementsprechend legen wir auch besonderen Wert auf innovative Arbeitsmodelle.“

Rückfragehinweis für Journalisten:

Klaus Grubelnik
+43 / (0)1 / 24959-6006
+43 / (0)676 / 88 249 516

Weitere Informationen

FMA-Jahresbericht 2019

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