Immer mehr Anbieter bewerben Produkte oder Dienstleistungen rund um Krypto-Assets. Doch nicht alles ist reguliert und nicht überall genießen Sie den Schutz durch die europäische MiCA-Verordnung (Markets in Crypto-Assets). Diese regelt bestimmte Angebote, andere bleiben aber unreguliert – mit erheblichen Risiken für Verbraucher:innen.
Was bedeutet MiCAR-reguliert?
Das bedeutet, dass ein Krypto-Dienstleister dem einheitlichen europäischen Rechtsrahmen der MiCAR unterliegt. Er muss eine Zulassung bei der zuständigen Aufsichtsbehörde beantragen, Transparenzpflichten erfüllen und Vorgaben zur Kapitalausstattung, IT-Sicherheit und zum Risikomanagement einhalten. MiCAR regelt zudem den Schutz der Kunden. Die Unternehmen müssen Informationspflichten einhalten und Maßnahmen gegen Interessenkonflikte setzen. Die Regelungen gelten EU-weit, sodass vergleichbare Standards in allen Mitgliedstaaten gelten.
Es gibt drei MiCAR-regulierte Asset Kategorien:
Das sind Krypto-Token, deren Wert an einen oder mehrere Vermögenswerte gekoppelt ist, z. B. an eine Währung, Rohstoffe (wie Gold) oder andere Token.
Beispiel: Ein Token, der immer so viel wert ist wie ein Korb aus Euro, US-Dollar und Gold.
Ziel: Ein stabiler Wert – ähnlich wie bei Stablecoins, aber nicht nur an eine staatliche Währung gebunden.
Das sind Token, die 1:1 an eine staatliche Währung wie den Euro gebunden sind.
Beispiel: Ein Token, der immer genau 1 € wert ist. Ähnlich wie ein digitaler Euro oder eine digitale Geldbörse.
Ziel: Sie sollen im Alltag als Zahlungsmittel genutzt werden – also „digitales Bargeld“ auf der Blockchain.
Das sind alle anderen Arten von Token, die nicht an einen festen Wert gekoppelt sind – etwa klassische Krypto-Assets wie Bitcoin oder Utility-Token (die man z. B. für den Zugang zu einem digitalen Service braucht).
Beispiel:
- Bitcoin
- Ethereum
- Token, die z. B. den Zugang zu einer Plattform oder einem Spiel ermöglichen
Ziel: Kein stabiler Wert – sie gelten eher als Anlageobjekte oder digitale Nutzungsrechte.
Regulierte Krypto-Dienstleistungen (nach MiCAR)
Diese Dienstleistungen sind lizenzpflichtig und nur Anbieter mit MiCAR-Zulassung dürfen sie erbringen. Sie als Anleger profitieren dabei von klaren Informationspflichten, laufender Aufsicht und rechtlichem Schutz:
Zugang und Einstieg in den Markt:
- Austausch von Krypto-Assets gegen staatliche Währungen
Zum Beispiel: Kauf von Bitcoin gegen Euro oder umgekehrt. Es müssen klare Preisangaben gemacht werden. - Austausch von Krypto-Assets untereinander
Zum Beispiel: Tausch von Ethereum gegen Solana. Diese Dienstleistung wurde mit dem Ziel reguliert, um die Anleger vor Intransparenz zu schützen. - Beratung
Zum Beispiel: Persönliche Empfehlungen zum Kauf bestimmter Token. Die Beratung muss neutral, transparent und anlegergerecht sein. - Platzierung von Krypto-Assets
Zum Beispiel: Vertrieb eines neuen Krypto-Assets im Auftrag des Herausgebers. Die Anbieter müssen bei ICOs (Initial Coin Offerings) und ITOs (Initial Token Offerings) umfangreiche Informationen zum Projekt und zu den Risiken bereitstellen.
Durchführung von Transaktionen:
- Betrieb eines Handelsplatzes für Krypto-Assets
Zum Beispiel: Börsen, auf denen Kauf- und Verkaufsangebote automatisiert zusammengeführt werden (Orderbuchfunktion). Sie können dort direkt handeln, der Preis bildet sich aus Angebot und Nachfrage. Der Betreiber muss für technische Sicherheit und Transparenz sorgen. - Ausführung von Aufträgen für Kunden
Zum Beispiel: Ein Anbieter führt Ihre Kauf- oder Verkaufsorder für Krypto-Assets aus. Der Krypto-Dienstleister handelt in Ihrem Auftrag, aber nicht auf eigene Rechnung. Er muss neutral agieren und darf keine versteckten Kosten berechnen. - Annahme und Weiterleitung von Aufträgen
Zum Beispiel: Ein Anbieter leitet Ihre Anfragen zum Kauf oder Verkauf an einen anderen Dienstleister weiter. Auch wenn der Anbieter nicht selbst handelt, sondern nur weiterleitet, ist eine Lizenz erforderlich. - Transferdienstleistung
Ein Anbieter führt im Auftrag des Kunden eine Übertragung von Krypto-Assets an eine andere Person durch – z. B. eine Wallet-zu-Wallet-Transaktion. Auch dafür ist eine Zulassung erforderlich.
Verwahrung und Verwaltung nach dem Kauf:
- Verwahrung und Verwaltung von Krypto-Assets für Dritte
Zum Beispiel: Anbieter speichern und verwalten Ihre privaten Schlüssel in einer gesicherten Wallet. Sie müssen dafür sorgen, dass Ihre Zugangsdaten sicher sind: z.B. durch Cold Wallets oder Multi-Signatur-Verfahren. - Portfolioverwaltung
Ein Dienstleister verwaltet aktiv das Krypto-Vermögen eines Kunden – er entscheidet, was gekauft oder verkauft wird, um das Portfolio zu optimieren. Dafür ist eine Lizenz nötig.
Welche Krypto-Aktivitäten sind unreguliert?
Nicht alle Krypto-Angebote sind durch europäische Regeln wie MiCAR abgedeckt. Wenn ein Angebot nicht reguliert ist, bedeutet das:
- Der Anbieter braucht keine Zulassung.
- Es gibt keine unabhängige Aufsicht.
- Es gibt keine Pflicht zur Information oder Aufklärung.
Die wichtigsten unregulierten Bereiche im Detail erklärt:
Unregulierte Krypto-Dienstleistungen
Einige Plattformen bieten an, Ihre Krypto-Assets zu verleihen („Lending“) oder selbst auszuborgen („Borrowing“). Dafür werden oft sehr hohe Zinsen versprochen.
Warum ist das unreguliert?
Diese Dienste werden meist nicht als Bankgeschäft oder Finanzdienstleistung eingestuft und fallen deshalb weder unter MiCAR noch unter andere EU-Regeln.
Risiken:
- Keine Transparenz- und Informationspflichten
- Man weiß nicht, wer hinter dem Angebot steht
- Totalverlust ist möglich, wenn die Plattform zahlungsunfähig ist
Einige Plattformen bieten an, Ihre Krypto-Assets zu verleihen („Lending“) oder selbst auszuborgen („Borrowing“). Dafür werden oft sehr hohe Zinsen versprochen.
Warum ist das unreguliert?
Diese Dienste werden meist nicht als Bankgeschäft oder Finanzdienstleistung eingestuft und fallen deshalb weder unter MiCAR noch unter andere EU-Regeln.
Risiken:
- Keine Transparenz- und Informationspflichten
- Man weiß nicht, wer hinter dem Angebot steht
- Totalverlust ist möglich, wenn die Plattform zahlungsunfähig ist
Beim sogenannten „Staking“ stellen Sie Ihre Krypto-Assets zur Verfügung, um damit Transaktionen abzusichern und dafür eine Belohnung (Zinsen) zu erhalten. Einige Anbieter übernehmen diesen Prozess für Sie.
Warum ist das unreguliert?
Viele Staking-Angebote gelten (noch) nicht als regulierungspflichtige Finanzdienstleistung, obwohl sie wie Anlageprodukte wirken.
Risiken:
- Anbieter können mit den Assets verschwinden
- Verluste durch Kursverfall oder technische Fehler
- Unklare Vertragsbedingungen
Manche Anbieter zeigen auf einer Plattform sowohl regulierte als auch unregulierte Produkte etwa einen Krypto-Handelsplatz (reguliert) neben NFT-Verkäufen oder Staking-Angeboten (unreguliert).
Warum ist das problematisch?
Der Unterschied ist für Anleger:innen oft nicht klar ersichtlich. Dadurch entsteht ein falsches Sicherheitsgefühl.
Risiken:
- Anleger:innen könnten denken, sie seien durch MiCAR geschützt – obwohl das nicht der Fall ist
- Anbieter nutzen ihre MiCAR-Lizenz zur Bewerbung unregulierter Produkte
- Unklare Verantwortlichkeiten
Unregulierte Asset Kategorien (Arten)
NFTs sind digitale Einzelstücke wie z.B. Kunstwerke, Sammelkarten oder Musikclips auf der Blockchain. Jeder NFT ist technisch einzigartig und nicht austauschbar.
Warum ist das unreguliert?
Solche Token haben keine finanzielle Verwendung, sondern eher einen ideellen Wert.
Risiken:
- Kein Rückgaberecht
- Wert ist oft rein spekulativ
- Häufig Fälschungen, Plagiate oder betrügerische Verkäufe